Studienreisen

Alle zwei Jahre veranstaltet das Berufsförderungswerk für die Beton- und Fertigteilhersteller gemeinsam mit dem Verein ehemaliger Ulmer Meisterschüler eine Studienreise ins Ausland.

 

In diesem Jahr war es wieder soweit, vom 6. bis 10. Mai 2018 ging es für die zwanzig Teilnehmer mit dem Bus ins benachbarte Polen. Rund 1.400 km wurden bei der Rundreise insgesamt zurückgelegt – eine stattliche Entfernung, die sich jedoch gelohnt hat, standen doch Werksbesichtigungen bei namhaften Herstellern und ein interessantes Begleitprogramm auf der Agenda.

 

So war die Reisegruppe bei den Unternehmen Pekabex BET S.A, Posen, und Fabet S.A., Kielce, den größten Betonfertigteilherstellern Polens zu Gast. Ihr Leistungsspektrum ist sehr umfangreich und umfasst unter anderem Stahlbeton- und Spannbetonfertigteile für den Industrie-, Verwaltungs- und Gewerbebau, Betonelemente für den Brücken-, Tunnel- und Sportstättenbau sowie Decken und Wände für den Wohnungsbau. Außerdem durfte die Gruppe einen Blick in die neue Produktionshalle von Rekers Polska werfen. Der deutsche Betonfertigteilhersteller aus Spelle errichtete im vergangenen Jahr in Olschowa einen neuen Produktionsstandort. Hier sollen zukünftig bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigt werden. Aktuell werden auf dem 10 ha großen Grundstück „nur“ Winkelstützen hergestellt, erst ab Herbst sollen hier auch Garagen produziert werden. Dem Interesse der Teilnehmer tat dies allerdings keinen Abbruch, gab es auch so viel Interessantes zu entdecken.

 

Interessant, insbesondere für die Hersteller von Betonwaren, war die Werksbesichtigung bei Techmatik S.A. in Radom. Das Unternehmen ist seit kurzem Bestandteil des US-amerikanischen Anlagenherstellers Columbia Machine Inc. und hat sich auf die Herstellung von Maschinen, Anlagen und Formen für die Fertigung von Betonsteinen sowie deren Reparaturen und Wartungen spezialisiert. Bei der anschließenden Führung durch das Pflasterwerk Jadar Sp. z o.o. in Grójec konnten die Teilnehmer die Maschinen im Einsatz erleben und sich ein eigenes Bild von deren „Praxistauglichkeit“ machen.

 

Im Rahmen des Begleitprogramms stand unter anderem der Besuch des ehemaligen deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers in Auschwitz auf der Agenda. Interessant waren auch die Besichtigungen der Städte Krakau und Breslau, die neben ihrer Geschichte auch architektonisch Einiges zu bieten haben – von gotischen und barocken Bauten bis hin zur Klassischen Moderne. Dies zeigt, was auch auf der gesamten Studienreise deutlich wurde: Das Bauen spielt in Polen seit jeher eine wichtige Rolle. Da wundert es nicht, dass die Vorfertigung als moderne Bauweise hier auf dem Vormarsch ist. „Die Konkurrenz schläft nicht“, so das Fazit der Teilnehmer, die allesamt von der freundlichen Aufnahme und offenen Art der Kollegen sowie der Leistungsfähigkeit der Unternehmen in Polen beeindruckt waren.